30. Juli 2021

2021

Das Jahr 2021 ist da. Vielleicht noch wichtiger ist die Erkenntnis, dass 2020 durch ist. Dieses verflixte Jahr, das für uns alle so anders verlaufen ist, als erwartet. 2020 wird als das ‚Corona-Jahr‘ einen festen Platz in den Geschichtsbüchern bekommen. Und wir waren dabei. Jeder war betroffen. Der eine nur marginal, der andere tragisch heftig und für einige war 2020 mit Covid-19 gar das Ende.

Und was nun? Es besteht die Hoffnung, dass das Schlimmste überstanden ist, dass 2021 das Jahr wird, indem die Menschheit die Kontrolle über Corona gewinnt. Es scheint dennoch ziemlich sicher, dass das Leben in vielen Bereichen nicht mehr so sein wird, wie in der ‚Vor-Corona-Zeit‘. Dafür sind die Spuren zu tief, welche die Pandemie hinterlassen hat und noch hinterlassen wird. Aber, und das ist die Hoffnung, wir werden uns wieder in die Richtung dessen bewegen, was wir einstmals als Normalität empfunden haben.

Ich will nicht behaupten, dass Corona für die Gesellschaft auch etwas positives ist. Aber es hat schon dazu geführt, dass viele Menschen – gezwungenermaßen – in sich gegangen sind und sich hinterfragt haben, ob ihr Lebensrhythmus, dieses Streben nach ‚immer mehr, immer mehr‘, wirklich Sinn macht. Oder ob es vielleicht nicht viel klüger wäre, auch mal den Fuß vom Gaspedal zu nehmen und die vielen schönen Kleinigkeiten zu genießen, die das Leben so mit sich bringt. Es ist doch verrückt, was man so alles unbeachtet am Wegesrand vorbei rauschen lässt, wenn man mit Highspeed und ohne Rücksicht auf Verluste durch den Alltag hetzt.

Mir persönlich hat die Corona-Krise dabei geholfen, einige Dinge zurechtzurücken und mal mit mir in Klausur zu gehen. Sie hat mir leider auch noch mal vor Augen geführt, wie viel dumme Menschen es in unserer Gesellschaft gibt. Es ist wirklich schwer zu fassen, was sich da in Bezug auf Corona-Leugner, Querdenker und sonstiger geistiger Tiefflieger formiert hat. Ganz gewiss ist es richtig, aufmerksam und kritisch und sein und nicht allem blind zu vertrauen, was ‚die da oben‘ uns vorsetzen. Aber es ist total kontraproduktiv, wenn sich ernst zu nehmende Bedenkenträger mit der Horde der Dummen gemein machen, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Damit erreichen sie nämlich das Gegenteil: Niemand wird die wichtigen und richtigen Worte hören, wenn sie in der Kakophonie der Ergüsse der Schwachköpfe untergehen.

2020 hat viel von uns verlangt, aber auch 2021 wird eine große Herausforderung. Auf vielen Ebenen, ja vermutlich auf allen Ebenen unserer Gesellschaft. Gehen wir es an – was anderes bleibt uns ja auch nicht übrig.