The Last Dance

Die letzte Folge von ‚The Last Dance‘ ist am Wochenende auf Netflix gelaufen. Ich bin noch nicht so weit – habe erst die dritte Folge gesehen. Tolle Doku, finde ich. Ist halt aus der Zeit, als ich mich wirklich für Basketball begeistert habe.

Ja – um 1990 herum war ‚meine‘ Basketballzeit. Nur Kreis- bzw. Bezirksliga, mit 1,85 Metern reichte es ’nur‘ zum Aufbauspieler, teilweise als Spielertrainer. War eine schöne Zeit und den Dreier, mit dem ich Sekunden vor Schluss in einem Pokalspiel für den Sieg gesorgt habe, werde ich nie vergessen. Das war wie ein Drogenrausch …

In diesen Jahren haben wir viel Basketball geschaut. Sind zu Spielen von Brandt Hagen gefahren, hatten für Bayer Leverkusen eine Dauerkarte in der Europaliga. Tolle Spiele, Henning Harnisch, Hansi Gnad, Michael Koch und Trainer Dirk Bauermann. Richtig gute Gegner mit späteren NBA-Größen.

Und natürlich haben wir auch NBA geschaut – soweit das damals möglich war. Aber mit dem aufkommenden Kabelfernsehen ging das – und natürlich wurde ich ‚Fan‘ von den Chicago Bulls und Michael Jordan. Irgendwo im Schrank liegen noch alte VHS-Kassetten, wo ich NBA-Finals der Bulls aufgenommen habe. Bulls-Kappen und diverse Shirts gehörten zu unserem Outfit – in der Vor-Internet-Zeit waren die Sachen nicht so einfach zu bekommen …

94 oder 95 habe ich dann aufgehört, aktiv Basketball zu spielen. Und damit ließ auch das Interesse nach und spätestens als Jordan nicht mehr spielte, erlosch auch die Begeisterung für die NBA. Natürlich habe ich Dirk Nowitzki etwas verfolgt, aber die Zeit, nachts aufzustehen und mir ein NBA-Spiel über die volle Länge anzuschauen, habe ich mir in den all den Jahren nicht mehr genommen. Heute ist die NBA, der Basketball überhaupt, für mich eine nahezu unbekannte Welt.

Umso schöner, dass jetzt diese Dokumentation ‚The Last Dance‘ über Michael Jordan auf Netflix läuft. Eine Zeitreise – und ich erwische mich wieder dabei, wie ich mit offenem Mund da sitze, wenn Air Jordan durch die Lüfte fliegt. Was ein unglaublicher Spieler …

Natürlich sind ein paar Bilder und Ereignisse noch irgendwo präsent, aber nicht mehr so wirklich. Und sehr vieles ist für mich auch neu – dazu war man in Deutschland damals einfach viel zu weit vom Geschehen. Insoweit ist es also eine hochinteressante Geschichtsstunde mit tollen Bildern.

Die einzige Einschränkung: Die deutsche Synchronisation ist grenzwertig. Nicht nur weil wirklich jedes ‚you know‘ mit übersetzt wird. Nervig. Aber klar – ich bin ja selbst schuld, dass ich es nicht im Original schaue. Doch wenn im Amerikanisch-Englisch schnell und teilweise ’schnodderig‘ gesprochen wird, komme ich nicht so gut mit und da mir nicht alle Zusammenhänge bekannt sind, möchte ich der Story schon ‚richtig‘ folgen können. Untertitel mag ich nicht so, weil mich das Lesen vom ungestörten Betrachten der Bilder ablenkt. Also schlucke ich die Kröte der Synchro.

Jedenfalls ist es klasse, nochmal in diese Zeiten einzutauchen und ein paar Erinnerungen aufzufrischen. Wenn dieses GOAT für irgendjemanden gilt, dann definitiv für Michael Jordan.

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