Ende einer Ära

In Deutschland ist Bayern München das Non-Plus-Ultra. Seit Jahren. Und auch in dieser Saison. In Europa sah das eigentlich auch ganz gut aus – bis zu diesem Mittwochabend. Eine ganz schwache Halbzeit beim Champions-League-Hinspiel gegen Real Madrid führte zu einer 1:2-Heimniederlage.

Die Leistung des Rekordmeisters war desillusionierend und es wurde deutlich, dass einige Spieler weit über ihrem Zenit sind. Philip Lahm wird nach der Saison aufhören, Xabi Alonso ebenfalls. Aber auch Franck Ribery kann nicht mehr mithalten, wenn es gegen Real Madrid geht. Sogar Arjen Robben wirkt wie ein Frührentner, selbst wenn seine Performance im Alltag Bundesliga ausreicht, um zu glänzen.

Noch ist Bayern nicht ausgeschieden, aber es muss schon ein mittleres Fußballwunder her, wenn sie das nächste Woche in Madrid noch drehen wollen. Unabhängig davon erlebt der Rekordmeister gerade das Ende einer Ära. Es wird definitiv ein Umbau erfolgen müssen, sowohl was die Spieler betrifft, die ihre Karriere beenden, als auch hinsichtlich der Spieler in der Breite des Kaders. Gerade gegen Madrid war zu erkennen, dass Bayern das große internationale Niveau nicht erreicht, wenn Spieler wie Hummels oder Lewandowski ausfallen. Die zweite Reihe, mit Bernat & Co, verfügt einfach nicht über die Qualität, dies in solch einem Spiel aufzufangen.

Wie dem auch sei – Bayern wird nach- und aufrüsten müssen. Für die Bundesliga ist das allerdings keine gute Nachricht. Machen die Bayern ernst, werden sie in der Liga noch viel dominanter werden, als jetzt schon.