E-Bike

Meine Güte. Da fahre ich am Sonntag mit dem Mountain-Bike über die verschlungenen und durchaus ansprechenden Wege in unserem Mittelgebirge. Ich will jetzt nicht behaupten, ich sei ein Bike-Crack, aber es ist es gibt hier im südlichen Sauerland schon einige Steigungen, die es wirklich in sich haben. Jedenfalls arbeite ich mich gerade mehr oder weniger enthusiastisch einen solchen Berg hoch, als mich plötzlich wie aus dem Nichts ein Radfahrer überholt.

Ich bin zunächst erschrocken, dann erstaunt. Meine Güte, das muss ja schon ein Halbprofi sein, wenn er mit diesem Speed eine solche Steigung nimmt. Das Erstaunen wird größer als ich sehe, dass der Typ auf dem Rad ziemlich gut genährt aussieht und nun wirklich nicht die Figur eines Leistungssportlers hat. Wie zum Teufel … Dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Ein e-Biker … Genauer gesagt ein Mountain-E-Biker.

Was soll man davon halten? Einerseits finde ich diese E-Bikes für Städter als Auto-Alternative oder ältere Leute, die eben nicht mehr so fit sind, ganz sinnvoll. Aber als ‚Möchtegern-Trainingsgerät‘? Noch dazu im Mountain-Bike-Style? Nun ja. Klar, sich so zu bewegen ist besser, als gar nicht. Aber es ist trotzdem sehr eigenartig, wenn solche Leute dann einen auf ‚megasportlich‘ machen. Der Willi, der mich überholt hat, trug auf seinem E-Bike natürlich eine super professionelle Funktionskleidung. Wenn schon, denn schon.

Okay, ich quäle mich guten Gewissens weiter mit Muskelkraft die Berge hoch. Und bin froh darüber, dass ich das kann. Wenn es mal nicht mehr gehen sollte, vielleicht denke ich dann anders über E-Mountain-Biken. Vielleicht.

Reine Muskelkraft (und abgefahrene Reifen)